Barrierefreiheit: Grüne wollen Leitsystem und gehwagengerechtes Marktpflaster (Pressemitteilung)

Die Grünen setzen sich dafür ein, dass Sehbehinderte bei der Umgestaltung des Gildenplatzes mehr Berücksichtigung finden. Mit Hilfe eines „Taktilen Leitsystems“, per Stock ertastbaren Rillen oder Noppen in der Gehwegoberfläche als Orientierungshilfe, sollen am ZOB weitere Barrieren abgebaut werden. In einem Brief an den Bürgermeister und den Vorsitzenden des Bauausschusses bitten die Grünen darum, die Planungen am Gildenplatz noch einmal entsprechend zu überprüfen und möglichst anzupassen. Der Kreis Plön habe im Entwurf des Regionalen Nahverkehrsplan zu Recht das Fehlen eines solchen Systems kritisiert.

Die Grünen verweisen auf den demografischen Wandel. „Wir werden immer älter, damit steigt auch der Anteil Sehbehinderter in unserer Gesellschaft“, so Andrea Danker-Isemer. Nach Berechnungen der Bertelsmann-Stiftung würde sich der Anteil der über 80-Jährigen bis 2030 in Lütjenburg um fast 50% erhöhen. Gleichzeitig argumentiert sie, dass der ZOB als zentraler Anlaufpunkt öffentlicher Nahverkehrsmittel eine Visitenkarte Lütjenburgs sei: „Eine Touristenstadt wie Lütjenburg sollte ein deutliches Willkommenssignal auch an Menschen mit Handicap senden!“

Die Einschränkungen für Menschen mit Gehwagen durch die Oberflächenstruktur hält die Grüne für vertretbar, es ginge schließlich nur um punktuelle Leitmarkierungen. Viel eher müsse man die Situation auf dem Markt noch einmal kritisch prüfen. „So schön unser Marktpflaster ist, für gehbehinderte Menschen ist die Überquerung des Marktes eine Zumutung. Da sollten wir nach einer Kompromisslösung suchen.“

In Ihrem Brief forderte sie dazu auf, das Thema in einer kommenden Sitzung des Bau- und Umweltausschusses auf die Tagesordnung zu setzen.